die angst vor der zeit

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Nicht vor dem eigenen Tod.. Ich habe Keine Angst zu sterben, unter der Erde zu liegen, von Würmern zerfressen oder verbrannt und in alle Richtungen verstreut zu werden. Der Tod macht mir keine Angst. Nein. Nur die Zeit. Die gleitet mir davon. Die Jahre fliegen an mir vorbei. Der Moment, so flüchtig, im nächsten Augenblick schon vorbei. Ich halte ihn fest, doch in meinen Händen zerfällt er zu Staub. Und hinter mir türmt sich eine Welle auf, verfolgt mich, wächst zu einem Giganten. Wenn ich mich umdrehe, wird sie auf mich herabfallen. Dann ist es vorbei. Dann kann ich nichts mehr tun. und ich werde plötzlich seltsam ruhig

von und mit: Christiane Isele & Helena Aljona Kühn

Konzept und Textfassung: Helena Aljona Kühn

 

uraufführung: 27. März 2014 / Bühne der Kulturen Köln 

 

Fotos: Alessandro de matteis

Szenenfotos: Gilioux irani, wolfgang Herrmann

Der Mensch ist ausgesetzt  in die reißende, gierige, verschlingende Zeit,  geworfen in einen Punkt Zeit. Die Zeit flieht in rasender Geschwindigkeit.

Gib deine Hand, du schön und zart Gebild! Bin Freund, und komme nicht, zu strafen: 

 

Sei gutes Muts. ich bin nicht wild,

sollst sanft in meinen Armen

schlafen.

Am Anfang war nur das große, unbewegte und unendliche Weltmeer, ohne Leben, aber voller Stille. Noch gab es kein Oben und kein Unten , weder Osten noch Westen , weder Norden noch Süden. Noch waren Helligkeit und Dunkelheit nicht getrennt und Licht und Dunkel nicht hervorgekommen.